bei aller liebe zu meiner lieblinssendung der fernsehunterhaltung: muss der club2 jedes jahr über den opernball diskutieren? immer den fliegenden holender buchen? aber das ist beside the point. beside the point war auch die debatte. sollen bankdirektoren in der krise dem luxus frönen? geld ausgeben? da profitiert doch die wirtschaft davon!
pressekonferenz
beim opernball geht es nicht um den luxus, den sich jene, die ihn sich leisten können, im privaten gönnen. es geht um öffentlichkeit. der opernball ist kein ball. er ist ein fernsehevent. die größte pressekonferenz österreichs. der opernball, sagt der herr direktor, sei dem kaffeesiederball und dem jägerball vergleichbar, dort würden die reichen und schönen doch auch tanzen. darin irrt sich holender und mit ihm der rest des clubs, der nicht oder nur zuaghaft widerspricht. den opernball kann man bestenfalls mit dancing stars vergleichen. nicht die identitätsstiftende funktion steht im mittelpunkt, nicht die funktion als visitenkarte Wiens. es geht darum, dass die einen öffentlich gesehen werden und die anderen sich mit ihnen vergleichen. deshalb haben promis publizität: wir als publikum wollen uns, unseren stil, unsere lebensmodelle mit den ihren messen.
un-entschuldigtes fernbleiben
ein teil der wirtschaftsprominenz bleibt dem ball heute also fern. wen wundert's, die presseabteilungen der betreffenden unternehmen behandeln ihn wie andere pr autritte auch. wer schlechte nachrichten wie kündigungen und kurzarbeit kommunizieren muss, kann sich nicht gleichzeitig dabei filmen lassen, einen halben monatslohn für ein paar würstel auzugeben. jeder pr-profi, der bei sinnen ist, wird seiner chefin, seinem chef das raten.
nachrichten- und unterhaltungswert
die frage ist nicht ob der ball stattfinden soll und ob sich die gestopften die teuren würstel reinstopfen sollen. die frage ist, ob der event einen nachrichten- oder unterhaltungswert hat, der die formatfüllende übertragung im statsfernsehen rechtfertigt! ich muss für holender eine lanze brechen: er schlägt vor doch auch die parallel- oder - wenn man will - gegenveranstaltung rosenball zu übertragen. lasst den kongress doch tanzen, schließlich sind wie in Wien. aber schaltet in gottes namen die kameras aus.
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Donnerstag, 19. Februar 2009
Montag, 9. Februar 2009
nein: kein terrorist
der abt des stiftes heiligenkreuz Gregor Henckel-Donnersmarck hat dem standard ein interview gegeben. darin behauptet er eigenartiges: Williamson (piusbruder, katholik und ausschwitzlügner) sei ein terrorist und so dumm, dass man ihm über die konsequenz seines handelns nicht alle übersicht zusprechen kann.
terror-rethorik
Williamson ist kein terrorist. er ist ein holocaustleugner wie es - gerade in österreich und deutschland - einige gibt. er ist kein terrorist und er hat auch keine bombe gelegt. auch keine metaphorische. er hat wider eindeutiger beweise den millionenfachen mord der nazis bestritten. nennen wirs beim namen. spätestens seit der amtsübernahme obamas sollte die achse-des-bösen und terror-rethorik tunlichst vermieden werden.
das wäre politisch
soll Williamson also wieder aus der kriche ausgeschlossen werden? nein, sagt Donnersmarck, das wäre politisch. das man ihn erst wieder in die kirche hineingelassen hat - wenige tage nachdem er seine kruden thesen über die gaskammern wiederholt hat - ist in Donnersmarcks augen wohl nicht politisch. sein vorschlag wie revisionisten in der kirche zu begegnen ist: keiner.
sanktionslos
es hat sich - in deutschland noch mehr als in österreich - die vorgehensweise durchgesetzt, sich von burschen und mädchen, die die existenz von gaskammern leugnen, zu distanzieren. selbst Ewald Stadler hat sich von den piusbrüdern distanziert. er gehe nicht mehr in ihre messen, er wolle sich diesem "risiko" nicht aussetzten. nicht so die katholische kirche. der aufruf des papst-sprechers an Williamson sich zu entschuldigen blieb ohne sanktionsdrohung und wirkungslos.
zurechnungsfähig
Williamson sei dumm und irgendwie nicht zurechnungsfähig meint Donnersmarck. das glaube ich nicht. Williamson weiß was er tut. er will - genau wie die fpö im österreichischen parlament - provozieren. das schlimme in beiden fällen ist, dass es gelingt.
terror-rethorik
Williamson ist kein terrorist. er ist ein holocaustleugner wie es - gerade in österreich und deutschland - einige gibt. er ist kein terrorist und er hat auch keine bombe gelegt. auch keine metaphorische. er hat wider eindeutiger beweise den millionenfachen mord der nazis bestritten. nennen wirs beim namen. spätestens seit der amtsübernahme obamas sollte die achse-des-bösen und terror-rethorik tunlichst vermieden werden.
das wäre politisch
soll Williamson also wieder aus der kriche ausgeschlossen werden? nein, sagt Donnersmarck, das wäre politisch. das man ihn erst wieder in die kirche hineingelassen hat - wenige tage nachdem er seine kruden thesen über die gaskammern wiederholt hat - ist in Donnersmarcks augen wohl nicht politisch. sein vorschlag wie revisionisten in der kirche zu begegnen ist: keiner.
sanktionslos
es hat sich - in deutschland noch mehr als in österreich - die vorgehensweise durchgesetzt, sich von burschen und mädchen, die die existenz von gaskammern leugnen, zu distanzieren. selbst Ewald Stadler hat sich von den piusbrüdern distanziert. er gehe nicht mehr in ihre messen, er wolle sich diesem "risiko" nicht aussetzten. nicht so die katholische kirche. der aufruf des papst-sprechers an Williamson sich zu entschuldigen blieb ohne sanktionsdrohung und wirkungslos.
zurechnungsfähig
Williamson sei dumm und irgendwie nicht zurechnungsfähig meint Donnersmarck. das glaube ich nicht. Williamson weiß was er tut. er will - genau wie die fpö im österreichischen parlament - provozieren. das schlimme in beiden fällen ist, dass es gelingt.
Donnerstag, 29. Januar 2009
antidemokratische tendenzen?
ein fünftel der islamischen religionslehrer wolle sich also nicht integrieren. die menschenrechte würden sie auch ablehnen und einen mittelalterlichen zugang zur geschlechtergleichstellung haben. wir haben wieder eine islamdebatte. das beermobil empfielt weiter zu blättern in der tageszeitung des ver- oder misstrauens - oder sich zur abwechslung mal selbst in eine aufgeklärte sekuläre gesellschaft zu integrieren!
gesetze gottes
in italien liegt eine frau seit 17 jahren im koma. ein gericht hat der familie nun bestätigt: die maschinen können abgeschlatet werden. die frau darf sterben. Angelo Bagnasco, der vorsitzende der italienischen bischofskonferenz spricht vom euthanasiemord. die politik will das urteil nicht umsetzten. der turiner erzbischof Ugo Poletto sagt gottes gesetzte stünden über dem menschlichen regelwerk.
unwidersprochene bischöfe
während sich herausstellt, dass 75% der islamischen religionslehrer in österreich immerhin demokraten sind, finden sich hohe katholische würdenträger, an denen die aufklärung vorbeigegangen ist. was würde geschehen, würde bloß ein kleiner imam die gesetzte gottes über die des staates stellen wollen?! die bischöfe können es offenbar unwidersprochen tun.
holocuastleugner
ein anderer dauervorwurf an die islamische gemeinde ist, sie würde holocuastleugner beheimaten. das mag stimmen. die katholische kirche tut das übrigens auch. als reaktion darauf hebt der heilige stuhl die exkommunikation gegen den holocaustleugner Williamson auf. was im besten fall eine pravokative wahl des zeitpunktes oder ein übles fettnäpfchen ist, kann dem papst schlimmstenfalls als akt der solidarität ausgelegt werden. dass der betreffende bischof nicht nur der ausschwitzlüge anhängt, sondern auch theologisch zu den ewiggestrigen gehört ist eine interne sache der katholiken.
ungenauigkeiten
die österreichische politik handelt gleichzeitig auch nicht unbedingt aufgeklärt. innenministerin Fekter (ÖVP) sagt, ein ermordeter ayslwerber hätte nicht um personenschutz angesucht. das gegenteil ist der fall. außenminister Spindelegger (ÖVP) erklärt, österreich könne - rein rechtlich betrachtet - keine guantanamo-opfer aufnehmen. auch das ist unsinn. oder eine ungenauigkeit, wie fekter sagt, nachdem man sie ertappte. das ist der wiederholte versuch uns für dumm zu verkaufen.
gesundes volksempfinden
was den rest österreichs kaum mehr aufregt, ist die politische kultur in kärnten. zwischen den negerwitzen ist dort die rede vom gesunden volksempfinden, das über dem rechtsstaat stünde. das erinnert - neben anderen assoziationen - an die aussage vom gesetzt gottes.
bischöfe, minister, landeshauptleute: integriert euch!
gesetze gottes
in italien liegt eine frau seit 17 jahren im koma. ein gericht hat der familie nun bestätigt: die maschinen können abgeschlatet werden. die frau darf sterben. Angelo Bagnasco, der vorsitzende der italienischen bischofskonferenz spricht vom euthanasiemord. die politik will das urteil nicht umsetzten. der turiner erzbischof Ugo Poletto sagt gottes gesetzte stünden über dem menschlichen regelwerk.
unwidersprochene bischöfe
während sich herausstellt, dass 75% der islamischen religionslehrer in österreich immerhin demokraten sind, finden sich hohe katholische würdenträger, an denen die aufklärung vorbeigegangen ist. was würde geschehen, würde bloß ein kleiner imam die gesetzte gottes über die des staates stellen wollen?! die bischöfe können es offenbar unwidersprochen tun.
holocuastleugner
ein anderer dauervorwurf an die islamische gemeinde ist, sie würde holocuastleugner beheimaten. das mag stimmen. die katholische kirche tut das übrigens auch. als reaktion darauf hebt der heilige stuhl die exkommunikation gegen den holocaustleugner Williamson auf. was im besten fall eine pravokative wahl des zeitpunktes oder ein übles fettnäpfchen ist, kann dem papst schlimmstenfalls als akt der solidarität ausgelegt werden. dass der betreffende bischof nicht nur der ausschwitzlüge anhängt, sondern auch theologisch zu den ewiggestrigen gehört ist eine interne sache der katholiken.
ungenauigkeiten
die österreichische politik handelt gleichzeitig auch nicht unbedingt aufgeklärt. innenministerin Fekter (ÖVP) sagt, ein ermordeter ayslwerber hätte nicht um personenschutz angesucht. das gegenteil ist der fall. außenminister Spindelegger (ÖVP) erklärt, österreich könne - rein rechtlich betrachtet - keine guantanamo-opfer aufnehmen. auch das ist unsinn. oder eine ungenauigkeit, wie fekter sagt, nachdem man sie ertappte. das ist der wiederholte versuch uns für dumm zu verkaufen.
gesundes volksempfinden
was den rest österreichs kaum mehr aufregt, ist die politische kultur in kärnten. zwischen den negerwitzen ist dort die rede vom gesunden volksempfinden, das über dem rechtsstaat stünde. das erinnert - neben anderen assoziationen - an die aussage vom gesetzt gottes.
bischöfe, minister, landeshauptleute: integriert euch!
Donnerstag, 20. November 2008
kussogrie
bildung, bildung, bildung
sagt man, ist ein allheilmittel. ich verzichte hier auf den sprachpolizeilich induzierten konjungtiv, weil ich mich dieser meinung anschliesse. bildung ist also ein allheilmittel. da sind man und ich uns einig.
was heilt bildung?
bei welchen wehwehchen ist bildung gesellschaftsmedizinisch induziert? ich schlage symptome in zufälliger reihenfolge vor: armut, soziale probleme, schiunfälle, sexuell übertragebare krankheiten, unmusikalität, kleingeistigkeit, und so weiter. die heilungschancen sind gut. das rückfallsrisiko klein.
also bildung. aber in schulen?
der direktor der hauptschule gunskirchen hat nun das küssen verboten. eine bekleidungsvorschrift (nichts freizügiges, nichts anrüchiges) gibt es schon. eltern hatten sich beschwert. der direktor zeigt sich kompromissbereit und sieht über bussi-bussi grosszügig hinweg, so lange die bussis vor und nach dem bindestrich auf die wange erfolgen. der landesschulrat sieht den anstand verletzt, wenn 14-jährige sich auf den mund küssen. (geschlechtsverkehr ist ihnen erlaubt)
ansteckung
bildung soll ein heilmittel sein und schule ein ort der heilung. sie scheint mir vielmehr ein ort der ansteckung mit kleingiestigkeit und zynismus zu sein. werden die grunskirchner schülerinnen und schüler unterricht bekommen was als anrüchig und was als freizügig gelten muss, wo die wangen aufhören und die lippen anfangen? wo das bussi-bussi zur kussorgie wird?
heimat blutgetränkter banner
ein, der redaktion bekannter, volksschüler wiederum, hat am nationalfeiertag mit grosser begeisterung von der entstehung der österreichischen flagge erzählt. vom blutbespritzen hemd des österreichischen fürsten in der guten alten zeit, dem kreig. unter blutbespritzem banner habe dieser seine siegreichen truppen versammelt. wenn kinder in die schule kommen, beginnen sie sowas toll zu finden.
bildungskarenz
schule, kommt mir vor ist - abgesehen davon, dass man dort lesen und schreiben lernt - die krankheit für deren therapie sie sich hält. schicken wir schule also in bildungskarenz. wir werden sehen. schiunfälle und kleingeistigkeit werden zurückgehen.
Freitag, 14. November 2008
stilleben
...Werner Faymann... arbeitet daran, möglichst schnell... eine Regierung neuen Stils zu schaffen.
cato
stil. der besteht, so mag ich das zumindest sehen, aus manier (heißt hier professionalität, nicht gutes benehmen), ausdruck (also etwas eigenes, individuelles) und größeren zielen. (achtung auf die sprache: größer heißt hier kleiner als groß.) der herr cato muss sich irren. egal was aus der koalitionskiste springt, wenn sich diese öffnet: es kann neu sein, retro, eine renaissance oder einfach fad. stilvoll wird es nicht.
regierungskiste
josef pröll will finanzminister bleiben... ähh werden - bleiben will nur die blockade zwischen kanzleramt und finanzministerium . molterer wird auch irgendwas. eines tages vielleicht sogar ein bisschen wie schüssel. die bildung wird von bewährten rosenkriegerInnen versch ähh -handelt. die staatsreform verhandeln landeshaputleute. die gesundheitsreform handelt niemand aus. der ausgediente sozialmister buchinger will in den hauptverband, der ausgediente gewerkschafter hundsdorfer dafür ins sozialministerium.
sandkiste
überhaupt dürfen die gewerkschafter wieder in faymanns sandkiste spielen. auch ein anonymer övpler nimmt gegenüber dem standard das ominöse wort in den mund: im retro-stil der 70er jahre sei die spö verhaftet. damit hat er - bis auf die wortwahl - recht.
manierliche marxismen
die finanzkriese macht kleine marxismen wieder schick. auch sie hat damit recht, weil sie klassenunterschiede plötzlich wieder sichtbarer macht. faymann reagiert zumindest in retro-manier der 70er jahre. den postvorständen droht er mit kündigung, sollten sie mitarbeiter kündigen, die schließung von postämtern verbietet er für das nächste halbe jahr. das mögen die leute gern lesen. die leute, nicht nur die krone-leserInnen. dass die postämter bis 2015 und nicht im nächsten halben jahr geschlossen werden sollen, sehen wir faymann nach. schließlich hat der mann - wenn schon keine größeren ziele - immerhin manieren.
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